Juni 2021: Erneuter Ausbruch von COVID 19 in Nepal

Ende April 2021 ist auch in Nepal eine zweite COVID 19-Welle ausgebrochen. Aufgrund des totalen Lockdown stand das Alltagsleben erneut einfach still.

Besonders hart getroffen hat es wiederum die Ärmsten der Armen, ganz besonders die plötzlich heimgekehrten Tagelöhner. Sie und ihre Familien  stehen jetzt erneut ohne jegliches Einkommen da. Dies bedeutet ganz einfach ausgedrückt: HUNGER für diese unterprivilegierte Bevölkerung Nepals.

Die medizinische Versorgung ist in ganz Nepal schlecht, in unseren Hilfsgebieten ausgesprochen katastrophal. Im Hilfsgebiet Musahar, im Süden Nepals, ist die nächste Erste-Hilfe-Station z.B. auch mit einem Auto erst in 45-60 Minuten erreichbar. Tests und andere medizinische Hilfe sind für diese Menschen unbezahlbar.

Ausgehend von dieser Situation richtet sich die Hilfe von BHN in dieser neuen Welle gezielt auf Prävention (Aufklärung mittels Lautsprecherdurchsagen auf einer Autorikscha zur Vermeidung von Ansteckungen), die Verteilung von vitaminreichem Essen und Arbeitsbeschaffung durch den vorgezogenen Bau weiterer Toilettenanlagen (vorderhand in Musahar).

Eine neue, aber erfreuliche Erfahrung ist, dass Hilfe vor Ort auch in der Bevölkerung bzw. zwischen etwas Bessergestellten und Unterprivilegierten geleistet wird. Solche Hilfe und Solidarität wird hauptsächlich von lokalen Religionsgemeinschaften und Jugendorganisationen geleistet. Natürlich unterstützen und ergänzen wir diese Hilfe wo wir können.

Lautsprecherdurchsagen mit einer Autorikscha

Chepang:

Schulbetrieb: Schulgebäude erneuern, Bau eines Essraumes für Schulkinder samt Küche

Die Schulbildung ist  das A + O um aus der Sklavenarbeit herauszukommen, sei es in Nepal oder in einem anderen Kontinent. Wenn diese „unterprivilegierten Menschen“ keine Hilfe zur Bildung bekommen, also weder richtig lesen noch schreiben können, wird diese Menschenrechtsverletzung in die nächsten Generationen weitergetragen.

Nach verschiedenen Abklärungen durch P. LAMA vor Ort zeigte sich klar, dass für den laufenden Schulbetrieb wie Gebäudeunterhalt, Verpflegung, Schulmaterial etc. im Rahmen des Hilfsprojektes finanzielle Mittel bereitgestellt werden müssen. Erwerbs- bzw. Arbeitsmöglichkeiten, aus denen Geld für den Schulbetrieb abgezweigt werden kann, sind in Musahar und in Chepang noch keine vorhanden. In der Zwischenzeit hat sich die Situation punkto Lehrpersonen stark verbessert. Der Staat war bereit, 3 zusätzliche Lehrpersonen anzustellen, sodass jetzt 5 Lehrpersonen dort tätig sein können. Geplant und budgetiert waren für 2020 der Ausbau des nach dem Erdbeben 2015 zerstörten und lediglich provisorisch reparierten Essensraumes, der Schulküche und neuen Toiletten neben dem Schulgebäude sowie die Möbelierung der Schule und des Kindergartens . Die geplanten Bauarbeiten wurden jedoch wegen des totalen Lockdowns in Nepal ab April – Ende September 2020 völlig blockiert. Zusätzlich wurde der Baubeginn durch Erdrutsche nach dem heftigen Monsun verzögert.

Endlich Baustart Ende September 2020!!

Endlich… waren der Lockdown aufgehoben und die verschütteten Wege frei geräumt, sodass Pasang Lama Ende September mangels Unterkunftsmöglichkeit mit seinem Zelt in Chepang anreisen konnte.

Als erstes musste im steilen Gelände zwischen dem Schulgebäude und dem Essensraum eine sichere Verbindungstreppe erstellt werden. Nach dem Aushub des Fundaments wurden zuerst die Toiletten und die Schulküche im Rohbau erstellt, anschliessend der 2015 beim Erdbeben abgestürzte Essensraum.

Wie wichtig ist der neue Sicherheitszaun!

Schulräume verbessern und neu einrichten:

Die Schulräume wurden teils neu ausgestattet und „möbliert“. 

Anlieferung von Schulmaterialien,  Pasang Lama und Direktorin Anita:

Zu unserer grossen Freude haben wir dieses wunderschöne Bild aus Chepang von Pasang Lama und seiner Frau Tsering erhalten, das wir gerne mit Allen teilen. Darum macht Hilfe Sinn.

„Aufrichtefest“ für Schul – und Wasserprojekte, Weihnachten 2020:

Nach dieser grossartigen Leistung sowohl im Schulbereich wie bei der Versorgung mit Trinkwasser war die Freude entsprechend gross. So konnte in Chepang auch ein spezielles „Weihnachtsfest“ gefeiert werden.

Gross und Klein, alle nahmen am von den Lehrpersonen in der neuen Schulküche gekochten Essen freudig teil. Der Essraum wurde zum ersten Mal seinem Zweck zugeführt.

Die Freude über den Zahltag ist riesengross:

Der Dank der einheimischen Bevölkerung wurde von einem Arbeiter mit einem „Chepang-Dankeslied“ zum Ausdruck gebracht:

März 2021: Schulrucksäcke mit Inhalt

Wer ist nicht motiviert mit neuen Rücksäcken und neuem Schreibmaterial zu lernen?

März 2021: Selbstversorgung / Einkommen

Neben den bisherigen Schwerpunktthemen Bildung, Wasser und Hygiene sollen neu auch die Situation der Nachhaltigkeitsbereiche, Selbstversorgung und Einkommen verbessert werden. Im Vordergrund stehen dabei derzeit ökologischer Gemüseanbau, Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und allenfalls der Vertrieb von Bioprodukten.

Dieses Projekt wurde in Chepang von Pasang und und Tsering Lama mit der lokalen Bevölkerung an zwei Meetings besprochen. Eine Expertin wurde beauftragt dieses Projekt zu begleiten. Bodenproben wurden durch sie gezielt entnommen und bereits an ein staatlich anerkanntes Labor zur Untersuchung übermittelt.

Madi Chitwan:

März 2021: Schulrucksäcke mit Inhalt